Klima-Versammlung

Aus Klimastreik Schweiz
Version vom 29. Januar 2020, 16:23 Uhr von Eric Zbinden (Diskussion | Beiträge) (Schritt für Schritt Anleitung verlinkt)
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Klimaversammlungen (intern oft auch Climate Assemblies) sind offene Treffen, an denen Leute aus der breiten Bevölkerung Ideen einbringen und Vorschläge diskutieren können. Weil es die Motivation und die Produktivität erhöht, ist es oft sinnvoll, sie in grössere Projekte wie den Klima-Aktionsplan (CAP) einzubinden. Um Leuten, die bislang nicht politisch aktiv oder interessiert waren, den Einstieg zu erleichtern, finden sie oft in einem kleinen Rahmen statt (also zum Beispiel in einem Dorf, einer Stadt oder einem Quartier, wo dann breit mobilisiert werden kann).

Erfahrungsberichte

Klimaversammlungen in Basel (7. und 14. Januar 2020)

Am 7. Januar und 14. fanden im Quartiertreffpunkt LoLa in Basel die schweizweit ersten Klima-Versammlungen für den CAP statt. Trotz eines spontanen und stellenweise unkoordinierten Vorgehens konnten wir spannende Diskussionen führen, einige interessante Ideen aufnehmen und Leute mobilisieren.

Vor der Versammlung gab es drei Treffen: Beim ersten haben wir den Ablauf und den Ort geklärt, beim zweiten die Mobilisierung geplant und beim dritten die Versammlung vorbereitet. Geleitet haben wir sie zu zweit, bei der Mobilisierung halfen noch einige Weitere mit. Um den Prozess zu beschleunigen, wäre es besser gewesen, formale Entscheide sehr schnell zu treffen, da diese den Ablauf ansonsten stark verzögern können.

Wir haben uns für Sector Assemblies entschieden, d.h. es gab Schwerpunktthemen und deshalb auch zwei Versammlungen, eine zu Bildung und Verkehr mit ungefähr vierzig Besuchern und die andere zu Gebäuden und Energie mit ungefähr dreissig Besuchern. Dieses Konzept hat den Vorteil, dass nicht nur die breite Allgemeinheit und Menschen aus der Klimabewegung, sondern auch Interessierte aus den Bereichen der Schwerpunktthemen mobilisiert werden können. Beispielsweise haben wir mit Erfolg Mitglieder der Geschäftsführung der Basler Verkehrsbetriebe eingeladen. Wir haben zudem E-Mails an Auto- und Vélohändler, Taxiunternehmen, Baufirmen, den Mieter- und Hauseigentümerverband etc. geschrieben. Daneben mobilisierten wir auch über Umweltschutzorganisationen und Parteien, kontaktierten lokale Medien und liessen die Veranstaltung in öffentlichen Kalendern eintragen. Ferner war sie im Programm des Quartiertreffpunkts aufgeführt. Die Reaktionen lassen darauf schliessen, dass das Potenzial solcher Veranstaltungen sehr gross ist, da uns viele mitteilten, dass sie gerne gekommen wären, aber aufgrund der späten Einladung (der Hauptteil der Mobilisierung geschah in der Woche vor der ersten Versammlung), verhindert seien, zumal die Mobilisierung im Bereich Schule stark unter dem Potenzial geblieben ist.

Zuerst hielten wir jeweils einen Einführungsvortrag (die Bildschirmpräsentation findet ihr hier). Bei der ersten Versammlung hielten wir ihn sehr kurz, weswegen sich einige Leute überfordert fühlten und sich zunächst niemand für die Diskussionsgruppen, die danach gebildet wurden, meldete, Leute aber gegen den geplanten Ablauf zu protestieren begannen. Wir gingen damit um, indem wir sie ihre Punkte anbringen liessen und anschliessend den geplanten Ablauf fortsetzten, was dann auch funktionierte. Bei der zweiten Versammlung integrierten wir deshalb eine Einführung in den Klimastreik als Organisation und einige Fakten zum Klima.

Anschliessend stellten wir aus den entsprechenden Bereichen Ideen vor, die bei der Ausarbeitung des CAP entstanden sind, und teilten das Publikum an verschiedene Tische auf, an denen jeweils eine Idee diskutiert wurde. Dazu bekamen die Diskussionsgruppen ein Plakat, auf dem sie ihre Gedanken dokumentieren konnten und ein Blatt, auf dem neben der Idee ein Rahmen für den Ablauf der Diskussion vorgeschlagen wurde. Danach liessen wir die Gruppen ungefähr eine Stunde diskutieren. Anschliessend stellte jeweils eine Person aus der jeweiligen Gruppe die Resultate im Plenum vor. Dabei gab es jeweils nochmals einzelne inhaltliche Gespräche, die jedoch den Rahmen nicht sprengten.

Ergebnisse

Die Plakate wurden auf Englisch übersetzt abgeschrieben und über Google Drive mit den jeweiligen Arbeitsgruppen geteilt. Diese können bei der Ausarbeitung auf die Rückmeldungen zurückgreifen.

Kann ich selber eine Klima-Versammlung in meiner Gemeinde veranstalten?

Sehr gerne. Du brauchst dafür keine besonderen Voraussetzungen oder Kenntnisse und kannst folgendermassen vorgehen:

  1. Sei mutig. Wenn wir etwas erreichen möchten, müssen wir neue Dinge ausprobieren, auch ohne grosse Erfahrung oder Sicherheit, dass es funktionieren wird.
  2. Spreche mit uns. Schreibe in den Telegram-Chat der nationalen Arbeitsgruppe, wo deine Versammlung stattfinden soll, was deine Ideen sind und wo du noch Fragen oder Probleme hast.
  3. Bilde eine Gruppe. Gerade bei grösseren Versammlungen ist es hilfreich, wenn mehrere Leute vor Ort und an der Vorbereitung beteiligt sind. Wenn du in deiner Gemeinde niemanden findest, gibt es vielleicht jemanden aus der nationalen Arbeitsgruppe, der aus deiner Region kommt und dich unterstützen kann.
  4. Plane die Versammlung. Überlege dir, wie deine Versammlung ablaufen soll, wie du mobilisieren möchtest und suche einen Raum. Dabei kannst du dich an den Erfahrungsberichten orientieren. Überlege dir Diskussionsthemen. Aktuell ist es sinnvoll, Rückmeldungen für den Klima-Aktionsplan zu sammeln. Dabei können wir dir in der Telegram-Gruppe helfen.
  5. Mobilisiere und führe die Versammlung durch. Nach der Versammlung kannst du die Leute auf andere Veranstaltungen der Klimabewegung in deiner Region hinweisen und uns damit helfen zu wachsen.
  6. Teile die Rückmeldungen und deine Erfahrungen. Du kannst auch gerne einen Erfahrungsbericht in diesen Artikel schreiben.

Eine detailierte Anleitung gibt es hier: Schritt für Schritt eine Klimaversammlung organisieren

Weitere Informationen