Systemwandel: Unterschied zwischen den Versionen

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(Die aktuellen Systeme)
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Das aktuelle System, welches die Forderung des Systemwandels verändern möchte, wird von der Bewegung nicht einheitlich begriffen und benannt. Unter anderem wird es als unser wirtschaftliches System, als unsere zerstörerische Lebensweise, als Kapitalismus oder als untätige Politik bezeichnet. Ausserdem wird der Begriff des Systemwandels auch häufig im Plural verwendet, um zu verdeutlichen, dass mehrere Systeme (zum Beispiel ökologische, wirtschaftliche oder politische Systeme) im Wandel stehen.  
 
Das aktuelle System, welches die Forderung des Systemwandels verändern möchte, wird von der Bewegung nicht einheitlich begriffen und benannt. Unter anderem wird es als unser wirtschaftliches System, als unsere zerstörerische Lebensweise, als Kapitalismus oder als untätige Politik bezeichnet. Ausserdem wird der Begriff des Systemwandels auch häufig im Plural verwendet, um zu verdeutlichen, dass mehrere Systeme (zum Beispiel ökologische, wirtschaftliche oder politische Systeme) im Wandel stehen.  
  
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Unsere westliche Welt geht stark von grenzenlosem Wachstum aus. Die kapitalistische Wirtschaft muss wachsen, sonst funktioniert sie nicht mehr.  
 
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Auch über das alternative System, in welches sich das aktuelle System entwickeln sollte, besteht keine Einigkeit. Verschiedene Ansätze wie die [[Bedarfswirtschaft]], Kreislaufwirtschaft, Verstaatlichung von Konzernen, die Abschaffung des Flugverkehrs, Sozialismus, Kommunismus, demokratischer Konföderalismus, Errichtung von internationalen Behörden und ökologischen Gerichtshöfen und viele mehr werden aktuell kontrovers diskutiert.
 
Auch über das alternative System, in welches sich das aktuelle System entwickeln sollte, besteht keine Einigkeit. Verschiedene Ansätze wie die [[Bedarfswirtschaft]], Kreislaufwirtschaft, Verstaatlichung von Konzernen, die Abschaffung des Flugverkehrs, Sozialismus, Kommunismus, demokratischer Konföderalismus, Errichtung von internationalen Behörden und ökologischen Gerichtshöfen und viele mehr werden aktuell kontrovers diskutiert.
  
Damit wir nicht in diesen Schlagworten ersticken, versucht die Bewegung, den Diskus auf weniger ideologische Ebene zu verschieben:
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Damit wir nicht in diesen Schlagworten ersticken, versucht die Bewegung, den Diskus auf weniger ideologische Ebene zu verschieben. Folgende Ansätze sind Teil des Diskurs und so weder im Konsens verabschiedet, noch bereits breit diskutiert.
  
=== Grundsätzlicher Wertewandel ===
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===Grundsätzlicher Wertewandel===
 
Ein "gutes Leben" ist viel weniger von "materiellem Wohlstand" geprägt, als von vielen anderen Faktoren:
 
Ein "gutes Leben" ist viel weniger von "materiellem Wohlstand" geprägt, als von vielen anderen Faktoren:
  
* Zeit zu haben, sich ein stabiles, soziales Umfeld aufzubauen: Erfüllung durch Freundschaften und Liebe.
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*Zeit zu haben, sich ein stabiles, soziales Umfeld aufzubauen: Erfüllung durch Freundschaften und Liebe.
* Zeit zu haben, sich selbst zu entdecken: Erfüllung durch Kreativität und Selbstverwirklichung, jenseits der Lohnarbeit.  
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*Zeit zu haben, sich selbst zu entdecken: Erfüllung durch Kreativität und Selbstverwirklichung, jenseits der Lohnarbeit.
* Zeit zu haben, sich zu bilden: Erfüllung durch Inspiration, Bewusstseinserweiterung, Bildung.
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*Zeit zu haben, sich zu bilden: Erfüllung durch Inspiration, Bewusstseinserweiterung, Bildung.
  
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Wie kann Mensch weniger materiellen Wohlstand besitzen und trotzdem das Gefühl haben, nicht zu verzichten?
  
=== Wandel des Energiesystems ===
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* Mehr Teilen: Kein Komfortverzicht, aber weniger Konsum.
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* Nachhaltigere Produkte: Eine Bedarfswirtschaft, die haltbare und reparierbare Dinge herstellt, die wir wirklich brauchen.
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* Besinnung aufs Wesentliche: Welcher Besitzt mach mich wirklich Glücklich?
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* Stärkung des nicht-materiellen Wohlstands
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* Überwinden der eigenen Trägheit
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* Überwinden der Angst, dass durch den Konsumverzicht die Wirtschaft kaputt geht.
  
=== Wandel des Ernährungssystems ===
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===Wandel des Energiesystems===
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Massive Reduktion des Verbrauchs und wegkommen von fossilen Energieträgern. Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Dezentrale Produktion und intelligente Verbraucher, welche Netzschwankungen stärker ausgleichen.
  
=== Wandel des Mobilitätssystems ===
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===Wandel des Ernährungssystems===
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Lokale und saisonale Produkte. Permakultur statt Monokulturen. Reduktion der Wege: Abschaffung der Grossverteiler und Rückkehr zu einem gewissen Selbsversorgungsgrad. Weniger stetige Auswahl, dafür aufs Jahr gesehen mehr Vielfalt, weil saisonal.
  
=== Wandel des Produktionssystems ===
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===Wandel des Mobilitätssystems===
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Abkehr von ineffizienten Mobilitätsformen wie dem motorisierten Individualverkehr.
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===Wandel des Produktionssystems===
  
 
==Kommunikation==
 
==Kommunikation==

Version vom 29. Juli 2019, 21:14 Uhr

Der Begriff Systemwandel (häufig auch im Plural verwendet, um zu verdeutlichen, dass viele Systeme im Wandel stehen) beschreibt die Idee, unser Zusammenleben grundlegend zu verändern.

Er hat sich als umstrittener Sammelbegriff etabliert, um zu verdeutlichen, dass wir nicht nur fast alle Parameter des täglichen Lebens verändern müssen, um einen Ausweg aus der Klimakrise zu finden, sondern auch das systemische Zusammenspiel dieser Faktoren.

Klausel der Forderungen

"Falls den nationalen Forderungen im aktuellen System nicht nachgekommen werden kann, fordert Klimastreik Schweiz einen solchen Systemwandel."

Wie dieser aussehen soll und welche alternativen Systeme an die Stelle des jetzigen treten sollten, wird in der Bewegung aktuell kontrovers diskutiert. Es herrscht auch keinen Konsens dazu, was genau unter dem Begriff des Systems verstanden werden soll. Alle Vorschläge, die einen Systemwandel fordern, gehen aber davon aus, dass einzelne Massnahmen und Veränderungen nicht ausreichen werden, um die Klimakrise abzuwenden. Stattdessen müsse das jetzige System nicht nur teilweise, sondern ganzheitlich verändert werden.

Die aktuellen Systeme

Das aktuelle System, welches die Forderung des Systemwandels verändern möchte, wird von der Bewegung nicht einheitlich begriffen und benannt. Unter anderem wird es als unser wirtschaftliches System, als unsere zerstörerische Lebensweise, als Kapitalismus oder als untätige Politik bezeichnet. Ausserdem wird der Begriff des Systemwandels auch häufig im Plural verwendet, um zu verdeutlichen, dass mehrere Systeme (zum Beispiel ökologische, wirtschaftliche oder politische Systeme) im Wandel stehen.

Wachstum

Unsere westliche Welt geht stark von grenzenlosem Wachstum aus. Die kapitalistische Wirtschaft muss wachsen, sonst funktioniert sie nicht mehr.

Die Globalisierung hat diesen Trend noch verstärkt, und die Angst, dass es in der weltweiten Marktwirtschaft immer noch jemanden gibt, der die selbe Sache tut oder produziert, nur besser, schneller oder günstiger führt zwangsläufig dazu, dass wir so effizient wie möglich werden. Effizienz im wirtschaftlichen Sinn bedeutet, möglichst günstig. Damit zwingen wir Menschen, sich gegenseitig auszubeuten, und so viele umweltschädigende Kosten wie möglich nicht zu berücksichtigen.

Die gewandelten Systeme

Auch über das alternative System, in welches sich das aktuelle System entwickeln sollte, besteht keine Einigkeit. Verschiedene Ansätze wie die Bedarfswirtschaft, Kreislaufwirtschaft, Verstaatlichung von Konzernen, die Abschaffung des Flugverkehrs, Sozialismus, Kommunismus, demokratischer Konföderalismus, Errichtung von internationalen Behörden und ökologischen Gerichtshöfen und viele mehr werden aktuell kontrovers diskutiert.

Damit wir nicht in diesen Schlagworten ersticken, versucht die Bewegung, den Diskus auf weniger ideologische Ebene zu verschieben. Folgende Ansätze sind Teil des Diskurs und so weder im Konsens verabschiedet, noch bereits breit diskutiert.

Grundsätzlicher Wertewandel

Ein "gutes Leben" ist viel weniger von "materiellem Wohlstand" geprägt, als von vielen anderen Faktoren:

  • Zeit zu haben, sich ein stabiles, soziales Umfeld aufzubauen: Erfüllung durch Freundschaften und Liebe.
  • Zeit zu haben, sich selbst zu entdecken: Erfüllung durch Kreativität und Selbstverwirklichung, jenseits der Lohnarbeit.
  • Zeit zu haben, sich zu bilden: Erfüllung durch Inspiration, Bewusstseinserweiterung, Bildung.

Wie kann Mensch weniger materiellen Wohlstand besitzen und trotzdem das Gefühl haben, nicht zu verzichten?

  • Mehr Teilen: Kein Komfortverzicht, aber weniger Konsum.
  • Nachhaltigere Produkte: Eine Bedarfswirtschaft, die haltbare und reparierbare Dinge herstellt, die wir wirklich brauchen.
  • Besinnung aufs Wesentliche: Welcher Besitzt mach mich wirklich Glücklich?
  • Stärkung des nicht-materiellen Wohlstands
  • Überwinden der eigenen Trägheit
  • Überwinden der Angst, dass durch den Konsumverzicht die Wirtschaft kaputt geht.

Wandel des Energiesystems

Massive Reduktion des Verbrauchs und wegkommen von fossilen Energieträgern. Stromproduktion aus erneuerbaren Energien. Dezentrale Produktion und intelligente Verbraucher, welche Netzschwankungen stärker ausgleichen.

Wandel des Ernährungssystems

Lokale und saisonale Produkte. Permakultur statt Monokulturen. Reduktion der Wege: Abschaffung der Grossverteiler und Rückkehr zu einem gewissen Selbsversorgungsgrad. Weniger stetige Auswahl, dafür aufs Jahr gesehen mehr Vielfalt, weil saisonal.

Wandel des Mobilitätssystems

Abkehr von ineffizienten Mobilitätsformen wie dem motorisierten Individualverkehr.

Wandel des Produktionssystems

Kommunikation

Bei der in Zürich stattgefunden Diskussion zum Systemwandel (organisiert von der AG Bildung & Werte (Zürich)) wurde der Entscheid gefasst, den Begriff "Systemwandel" dem Begriff "Systemwechsel" zu bevorzugen, weil er den Prozess des Wandels und des aktiven Gestaltens eines neuen Zusammenlebens integriert. Weiter wurde beschlossen, dass wir Diskussion unbedingt in die breite Bevölkerung tragen müssen, weil es ein breit abgestützter Prozess sein muss, bei dem so viele Menschen wie möglich mit einbezogen werden müssen.

Trotzdem wird der Begriff "Systemwandel" von vielen Seiten als problematisch eingestuft, weil er in der Wahrnehmung vieler als polemisch gilt und mit sozialistisch-kommunistischen Vorstellungen assoziiert wird. Hier ist es wichtig, sachliche Aufklärung zu leisten und sich klar an den Vorteilen, aber auch an den unübersehbaren Nachteilen des Realkommunismus zu orientieren. Für die Zukunft bietet der Ausdruck "eine neue, nachhaltige Form des Zusammenlebens" eine interessante Alternative.

Gründe für das Fordern eines Systemwandels

Die in den letzten Jahrzehnten ergriffenen Massnahmen reichen nicht aus, um den Klimawandel zu bekämpfen. Das habe damit zu tun, dass das aktuelle System nicht in der Lage ist, effektiv etwas gegen die Zerstörung des Planeten zu unternehmen. Da sich die Lebensweise in der Schweiz und damit viele Parameter des täglichen Lebens verändern müssen, um den Klimawandel zu bekämpfen, ist ebenfalls ein Wandel des Systems notwendig, welcher diese notwendige Umstellung garantieren kann. Denn das aktuelle System bietet zu viele Anreize für die Zerstörung der Umwelt, aber kaum welche gegen sie. Auch der Sonderbericht des Weltklimarates IPCC unterstreicht die Wichtigkeit von "weitreichenden Systemübergängen"[1], um die globale Erwärmung auf maximal 1,5 °C begrenzen zu können.

Der Umweltbericht 2018 des Bundesamtes für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation[2] schreibt dazu:

"Notwendiger Systemwandel: Die Europäische Umweltagentur (EUA) kommt nach einer umfassenden Analyse von Umweltindikatoren und unter Berücksichtigung der Fortschritte bei den politischen Zielen zum Schluss, dass wahrscheinlich weder Umweltmassnahmen allein noch wirtschafts- oder tech- nologiebedingte Effizienzverbesserungen ausreichend sein werden, um die Ziele der Europäischen Union (EU) für das Jahr 2050 zu verwirklichen. Stattdessen seien grundlegende Veränderungen der Produktions- und Verbrauchssysteme nötig (EUA 2015a). Das offizielle Beratungsgremium der Wirtschaftskommission für Europa der Vereinten Nationen (UNECE) kommt im Rahmen der Arbeiten zum sechsten globalen Bericht über den Zustand der Umwelt (GEO-6) ebenfalls zum Schluss, dass weder umweltpolitische Massnahmen noch ökonomische und technologische Effizienzgewinne allein zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele genügen werden. Um innerhalb der planetaren Belastbarkeitsgrenzen zu bleiben (Rockström et al. 2009), wird nach Einschätzung der Expertinnen und Experten vielmehr eine fundamentale Transition der Energie-, Ernährungs- und Mobilitätssysteme sowie der urbanen Systeme nötig sein, die mit tief greifenden Veränderungen der vorherrschenden Praktiken, Technologien, Politiken und Lebensstile einhergehen muss."

Gründe gegen das Fordern eines Systemwandels

Die Forderung nach einem Systemwandel wird als problematisch eingestuft, weil sie dem aktuellen System nicht die Chance gibt, den Klimawandel zu bekämpfen. Statt auf eine riskante Umstellung der gesamten Gesellschaft soll stattdessen auf wirksame Massnahmen gesetzt werden, die bereits jetzt möglich sind. Ausserdem möchten sich viele Mitglieder von Klimastreik Schweiz nicht mit alternativen wirtschaftlichen und politischen Systemen als demjenigen der Schweiz identifizieren.

Entscheidungen zur Verwendung

Bei der in Zürich stattgefunden Diskussion zum Systemwandel (organisiert von der AG Bildung & Werte) wurde der Entscheid gefasst, den Begriff Systemwandel dem Begriff Systemwechsel zu bevorzugen, weil er den Prozess des Wandels und des aktiven Gestaltens eines neuen Zusammenlebens integriert. Weiter wurde beschlossen, dass wir die Diskussion unbedingt in die breite Bevölkerung tragen müssen, weil es ein breit abgestützter Prozess sein muss, bei dem so viele Menschen wie möglich mit einbezogen werden müssen.

Literatur

https://de.wikipedia.org/wiki/Transformation_(Politikwissenschaft)