AG Lebensorte (Zürich)

Aus Klimastreik Schweiz
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Wohnprojekt in einem ehemaligen Kloster in Österreich: LebensGut Miteinander

Diese Arbeitsgruppe befasst sich mit Lebensorten jeglicher Art (also sowohl Wohn- als auch Arbeitsorte), welche durch die Menschen der Klimastreikbewegung genutzt werden. Sie ist aktuell besonders in Zürich aktiv, aber in vielen anderen Orten existieren ähnliche Visionen, namentlich in Lausanne. Weil es zur Zeit noch keinen einzigen solchen Ort gibt, befasst sie sich hauptsächlich mit der Suche nach geeigneten Orten und versucht, die dafür hilfreichen zwischenmenschlichen Beziehungen aufzubauen.

Anders als die meisten vorangehenden Jugendbewegungen werden diese Lebensorte nicht mit Hausbesetzungen und zivilem Ungehorsam angestrebt, sondern es herrscht ein starkes Interesse nach Dialog und Lösungen, die für Besitzende der Liegenschaften und Nutzende aus der Bewegung passabel scheinen (obwohl das Konzept des materiellen Besitz, so wie es im heutigen Rechtssystem gebräuchlich ist, durchaus von einigen Mitgliedern der AG hinterfragt wird).

Um ihre Anliegen bei den verschiedenen Parteien besser zu erläutern, ist folgendes Konzept (Stand PDF Version 7) erarbeitet worden:

Kontext[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl seit vielen Jahrzehnten klar ist, dass unser ungebremstes Wirtschaftswachstum zwangsläufig im Kollaps der Ökosysteme enden muss, bewegen wir uns als Gesellschaft nach wie vor in atemberaubender Geschwindigkeit in diese Richtung weiter.

Eine Art «Messindex» dafür stellt das weltweite Klima dar: Unsere Art des Wirtschaftens basiert auf der Ausbeutung fossiler Energieträger. Deren Verbrennung setzt unter anderem CO2 frei, welches als Treibhausgas die Erde bereits um durchschnittlich 1° wärmer werden liess – in der Schweiz beträgt der Temperaturanstieg seit 1850 2° C.

Die Politik steht dieser grössten Bedrohung für die Menschheit bemerkenswert mutlos gegenüber: Kurzfristige Renditen lassen sich immer noch erwirtschaften; ein paar Amtsperioden reichen nicht, um für die verheerenden Folgen der eigenen Politik gerade stehen zu müssen.

Schon jetzt werden die Auswirkungen dieser Politik hauptsächlich von jenen Menschen getragen, die von unserer globalen Marktwirtschaft am meisten ausgebeutet werden, insbesondere im globalen Süden. Doch auch hierzulande verschwinden die Gletscher, Süsswasserreserven werden knapper, Tierarten sterben aus, Felsen verlieren an Stabilität und Extremwetter nehmen zu.

Dankbar für alle Möglichkeiten, die wir durch den materiellen Wohlstands erhalten haben, stellt unsere Generation nüchtern fest: Unser vermeintlicher Reichtum heute geschieht auf Kosten zukünftiger Generationen. Und so richtig glücklich scheint er uns auch nicht zu machen.

Gewiss, unserem Fokus auf materielle Sicherheit und Wohlstand verdanken wir hierzulande gute Lebensbedingungen, in denen niemand hungern muss, sehr wenige Menschen an Krankheiten sterben und es relativ einfach erscheint, sich selbst zu verwirklichen.

Aber die leeren Blicke jener, die jeden Tag der selben, eintönigen Arbeit nachgehen, sind beängstigend. Psychische Krankheiten nehmen stark zu, viele Menschen klagen über die «Sinnlosigkeit» ihrer Existenz. Zwischenmenschlichkeit, Empathie, Achtsamkeit zu Natur und Mitmenschen werden oft dem Leistungsdruck und der Effizienzsteigerung untergeordnet. Menschen vereinsamen, gerade im Alter.

In dieser kurzen Situationsanalyse scheinen Ursache und Wirkung nicht klar von einander trennbar zu sein, und auch bei näherer Betrachtung können sie unmöglich in eine Reihenfolge gebracht werden:  Es ist unsere Art zu wirtschaften, die uns dazu zwingt, uns selbst und unseren Planeten auszubeuten, aber es ist diese Form der Selbstausbeutung mit all ihren Idealen, die dazu führt, dass wir weiterhin so wirtschaften.

Um aus diesem Hamsterrad herauszukommen, reicht es also nicht, sich mit nur einer Seite zu beschäftigen: Es braucht Lebensorte, an denen alle Parameter des Alltags verändert werden können.

In diesem kurzen Dossier möchten wir, also die Arbeitsgruppe Wohnprojekt der Züricher Klimastreik-Bewegung, uns mit ebendiesen Lebensorten beschäftigen und – ohne dabei auf ganz konkrete Objekte einzugehen – ganz grundsätzlich aufzeigen, wie dringlich das Erschaffen solcher Orte wirklich ist.

Natürlich benötigen wir weiterhin Demonstrationen und Streiks auf der Strasse, Podien und ganz viele Gespräche, um in Dialog mit der Gesellschaft zu treten und der breiten, durch Konsumwerbung geprägten Masse aufzuzeigen, in welch misslicher Lage wir uns befinden.

Aber es braucht mindestens so dringend Orte, an welchen ein Leben im Einklang mit den planetaren Belastbarkeitsgrenzen gelebt werden kann: Genügsam im Materiellen, aber umso reicher in sozialen und geistigen Belangen.

Drei Visionen von Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir Menschen sind vielfältig, unsere Bedürfnisse verschieden. Nachhaltiger Wandel trägt diesem Umstand Rechnung und versucht nicht, zentralistisch eine Projektidee zu propagieren. Wir skizzieren hier drei verschiedene Orte mit unterschiedlichen Chancen und Ansprüchen. Sie sollen schon bald koexistieren können, und gemeinsam Teil eines grossen Netzwerks werden:

Sitzung Klimastreik Waadt

Klimadenkort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktuell halten wir unsere Sitzungen in jeder Stadt ab, in welcher der Klimastreik existiert. Wir arbeiten in unterschiedlichen Lokalen von uns nahestehenden Parteien oder Organisationen.

Dafür sind wir sehr dankbar, und es ermöglicht das Entdecken vieler wunderbarer Orte. Aber das Reservieren und Organisieren dieser Orte benötigt, in Anbetracht der steigenden Anzahl Arbeitsgruppen und mindestens fünf Sitzungen pro Woche, immer mehr Energie.

Wir können keine Essensvorräte anlegen, haben keine Küche vor Ort und kaufen deshalb relativ viel. Wir können kein Lager an Material, oder eine Kontinuität aufbauen– kurz, unsere digitale Abhängigkeit wird durch den fehlenden Ort massiv erhöht.

Wunschlösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Nutzungsrecht für einen zentral gelegenen Konferenzraum, bei dem wir Sitzungen mit zwanzig bis dreissig Personen abhalten können, Zugang zu Küche und Lagerraum haben und uns mittelfristig einrichten können. Ein Ort, an dem wir Plakatentwürfe und Mind-Maps an die Wände kleben können und möglichst alle Zugang (z.B. durch einen Code) erhalten.

Ein Denk- und Austauschort im Stadtzentrum.

Konkrete Ideen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzung von ausgedienten Büros als Zwischenlösung, Eingliederung in Kirchgemeindehäuser, Bürokomplex der SBB am Hauptbahnhof Zürich, …

Was heute noch Utopie scheint, ist morgen die Lösung. Karton-Plakat in Sion.

Klimawohnort in der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für viele engagierte Menschen nimmt die Organisation der Klimastreik-Bewegung unglaublich viel Zeit in Anspruch. Obwohl viele ihre Hobbys aufgegeben haben und Studium und Schule auf ein absolutes Minimum reduzieren, bleibt sehr wenig Zeit für die Finanzierung des eigenen Lebensunterhalts. Einige Klimastreiker*innen sind nach diesen wenigen Monaten des Klimastreiks kurz davor, in eine finanzielle Schieflage zu geraten. Aber auch die Achtsamkeit leidet darunter: Solange jede*r für sich selbst kocht, ist auch das ziemlich teuer und zeitaufwendig, kalte Mahlzeiten sind für viele Alltag. Unsere individualisierte, schnelllebige Gesellschaft führt für viele Klimastreikende dazu, dass sie an ihrem Aktivismus auszubrennen drohen.

Wunschlösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Nutzungsrecht für ein Haus oder eine grosse Wohnung in der Stadt, wo einige der Klimastreikenden gemeinsam zu fairen Konditionen wohnen könnten: Durch den gemeinsamen Haushalt kann viel unnötiger Konsum vermieden werden, gemeinsam kann nachhaltig und regional Nahrung eingekauft werden. Durch die Arbeitsteilung mit gleichgesinnten Menschen wird es möglich sein, trotz dem zeitlich intensiven Engagement im Klimastreik ein Leben zu führen, welches auf längerfristige Sicht nicht zum Kollaps führt. Und trotzdem wäre es ein Wohnen unter Menschen mitten in unserer kränkelnden Gesellschaft und dadurch zwangsläufig mit Kompromissen verbunden. Ein solches Nutzungsrecht wäre für uns aber nicht als Privileg, sondern als Verpflichtung zu sehen: Wir kümmern uns um Erhalt und Unterhalt der Liegenschaft, tragen Sorge zum Ort, welcher uns beherbergt, dafür dürften wir darin wohnen. Ein solcher Ort wäre selbstverständlich auch ein Ort der Nicht-Kommerziellen Gastfreundschaft für Gäste aller Art. Gelebte Solidarität, gelebte Menschlichkeit, viel zwischenmenschlicher Austausch. Vertrauen in Mitmenschen und ihr Fähigkeiten. Zutrauen.

Konkrete Ideen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mieten eines Hauses auf dem normalen Markt, nicht mehr genutzte Pfarreihäuser, Häuser zur Zwischennutzung, …

Klimastreikende bilden sich in weiter

Klimalebensort[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgangslage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einige Klimastreikende haben die Dringlichkeit des Anliegens erkannt und ihre Prioritäten radikal neu gesetzt: Das Studium abgebrochen oder den Beruf aufgegeben, um sich wirklich dem Klimastreik zu widmen. Nebst finanziellen Sorgen besteht auch hier die akute Gefahr der Überbelastung, weil es nicht möglich ist, in dieser maximal individualisierten Gesellschaft derart viel Freiwilligenarbeit zu leisten. Wer noch bei seinen Eltern wohnt, der kommt oft nach Mitternacht nach Hause, bereits ausgezogene Aktivist*innen verbringen viel Zeit in Kaffees, Sitzungszimmer oder Zügen und ernähren sich von mässig nachhaltigem Essen, weil es fast nicht möglich ist, bei dieser Arbeitsbelastung noch genügend Zeit für den Alltag zu finden.

Andere werden diesen Sommer mit dem Gymnasium oder der Ausbildung fertig und es stellt sich die Frage, wie es im Leben weitergehen soll, wie sehr es sich lohnt, sich in das System dieser Gesellschaft einzulassen.

Aktuell bleibt solchen Menschen fast nur die Entscheidung zwischen dem radikalen Leben in konsequenten selbstversorgerischen, aber meist sehr abgelegenen Ökodörfern, oder dem Ignorieren dieser Bedürfnisse und der Anpassung an das System. Während ersteres oft mit dem Verlust eines engagierten Menschen für den politischen Wandel einhergeht, birgt letzteres die grosse Gefahr, dass viele Individuen  an der Arbeitsbelastung und der psychischen Belastung zerbrechen.

Wunschlösung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nutzungsrecht für einen Ort, der für etwa 10 bis vielleicht 200 Menschen ein zu Hause sein kann: Ausgelegt auf gemeinsames, gesellschaftliches Wohnen, mit der Möglichkeit, sich aktiv in diverse Projekte einzugeben, die sowohl den Klimastreik, als auch das eigene Wohnen betreffen.

Ein solcher Ort soll es allen Bewohner*innen erlauben, sich geistig und handwerklich weiterzubilden, um möglichst autonom und mit naturnaher Landwirtschaft genügsam leben zu können. Eingegliedert in ein intaktes Ökosystem, daher wohl eher am Stadtrand oder leicht abgelegen, aber doch zwingend mit einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr.

Ein solcher Ort muss den Austausch mit der Umwelt suchen: Es wird Bewohner*innen geben, welche teilweise ausserhalb einem Beruf nachgehen oder ein (Teilzeit-)Studium absolvieren. Ausserdem müssen Konzerte und Podien, Filmabende und Gesprächsrunden allen Interessierten offen stehen, denn ein solcher Ort braucht den intensiven Austausch. Deswegen ist Gastfreundschaft äusserst zentral, und jeder engagierte Mensch, der eine Auszeit aus der Gesellschaft braucht, wäre bei uns herzlich willkommen.

Ein solcher Ort kann nur dann existieren, wenn ganz verschiedene Menschen ganz verschiedene Fähigkeiten mitbringen: Es erscheint uns deshalb zentral, dass junge Menschen von älteren lernen können – und umgekehrt: Generationenübergreifendes Zusammenleben. Der Aufbau eines Gefühls wirklicher Gemeinschaft, eines Orts des Austauschs und des Lernens. Spannend wäre hier auch der Aufbau eines Seminars oder einer Schule, wo erworbenes Wissen weitergegeben werden kann.

Klimastreikende spielen gemeinsam in der Natur Gitarre

Das gemeinsame Zusammenleben vieler engagierter Menschen würde es auch ermöglichen, die anhin eher schwierige Kommunikation über digitale Medien zu reduzieren und Dinge gemeinsam – vor Ort – zu entwickeln. Beispielsweise wäre es so viel leichter, eine Art «Klimastreik-Filmserie» zu lancieren, und man könnte ein fixes Studio für die Klimaarena einrichten.

Konkrete Ideen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neunutzung bestehender Fabrik-Areale mit Renaturierung, Weiterführen von Klostern und ihren landwirtschaftlichen Betrieben, Eingliederung in bestehende Gemeinschafts-Wohnprojekte, …


Ethische Grundsätze unseres Zusammenlebens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir Menschen sind Teil der Natur.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir brauchen ein neues Menschenverständnis: Wir sind ein Teil unserer Natur, ein Teil des Planeten, ein Teil des Ganzen. Wir wollen eine Welt schaffen, die auch für zukünftige Generationen lebenswert ist. Wir können die Natur nicht beherrschen, sondern höchstens über sie wachen: Wir nutzen unsere handwerklichen und intellektuellen Fähigkeiten dazu, die Gegebenheiten zugunsten aller Lebewesen zu verbessern und zu bereichern, nicht um sie zu unterwerfen. Jedes Lebewesen hat ein Recht auf sein Leben.

Wir respektieren jeden Menschen und jeden Teil jedes Menschen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jede*r ist bei uns willkommen, sofern er oder sie sich auf unsere Werte einlässt. Wir versuchen, jede Meinung in den Entscheidungsfindungsprozess zu integrieren, weshalb wir Konsensentscheide anstreben. Wir nehmen Rücksicht auf jedes Individuum und wollen unsere Vielfalt in Einheit leben.

Wir brauchen Leute, die Verantwortung übernehmen, aber keine Machtkonzentration.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeder Mensch muss die Chance erhalten, sich jederzeit in der Bewegung engagieren zu können, deshalb müssen alle Prozesse transparent und offen vonstatten gehen. Wir lehnen hierarchisch geprägte Machtstrukturen ab. Gerade deswegen ist es wichtig, dass wir Aufgaben klar definieren und es Menschen gibt, die sich für spezifische Dinge zuständig fühlen, also gewisse leitende Funktionen übernehmen. Diese Posten müssen häufig erneuert (Rotationsprinzip) und wenn möglich doppelbesetzt werden. Solche Posten haben wenn immer ausführende Funktionen (Exekutive), Entscheidungen sollen dezentral im zuständigen Plenum und basisdemokratisch, d.h. so breit abgestützt wie irgendwie möglich erfolgen.

Quantitatives Wachstum ist nicht endlos lange möglich.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unser heutiges Geldsystem zwingt jedes Unternehmen zur Steigerung seines Profites, also zum Wachstum, weil die gewährleisteten Kredite zurückbezahlt werden müssen. Wir müssen uns zwangsläufig von diesem quantitativen Wachstum lösen und qualitatives Wachstum suchen: In der Entwicklung unserer intellektuellen Fähigkeiten, im Verständnis unseres Lebensraums, in unserem Glück, in unserer Erfüllung.

Dazu muss auch das Credo der stetigen Effizienzsteigerung hinterfragt werden: Automatisierung und Digitalisierung sowie das Sammeln und Auswerten von Daten bieten grosse Chancen, aber sie sollen dem Menschen dienen: Wir brauchen mehr Zeit für relevante Dinge, weniger Stress und weniger Zeitdruck.

Arbeit darf sinnstiftend, erfüllend und bereichernd sein.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute bedeutet Arbeit für viele Menschen das Verrichten einer Tätigkeit, welche zu Lohnauszahlung führt, mit welchem wiederum die eigenen Konsumbedürfnisse befriedigt werden können.

Wir verfolgen einen anderen Ansatz: Jeder Mensch hat das Bedürfnis, einer oder mehreren verschiedenen sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen. Dabei erfährt er Leidenschaft und Selbstverwirklichung. Weil alle Menschen unterschiedlich sind, werden sich im gegenseitigen Austausch Individuen und Gruppen bilden, die die Verantwortung für jene Tätigkeitsbereiche übernehmen, die für das Überleben der Gemeinschaft zentral sind.

Dabei ist es gut möglich, dass eine Person vielleicht drei bis vier Tätigkeiten regelmässig übernimmt. Weil auch wir Menschen den Ausgleich suchen, gerade zwischen «intellektuellen» und «handwerklichen» Arbeiten, werden auch die heutigen als «minderwertig» angesehenen Aufgaben erfüllt werden:

Weil es Spass macht und erfüllend sein kann, bei guter Musik einen halben Tag pro Woche zu putzen!

Wir wollen Produktion, Handel und Konsum lokal und nachhaltig gestalten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Massenproduktion, aber auch Massenkonsumation stehen einem nachhaltigen, sinnvollen Miteinander diametral entgegen. Wir dürfen die Herausforderung annehmen und wieder zurückfinden zu einer lokalen, saisonalen Produktion von Nahrungsmitteln und Gütern, was die hiesige Landwirtschaft und kleineres Gewerbe stärken wird. Es macht keinen Spass, Menschen auszubeuten, wenn man ihnen dabei direkt in die Augen sehen muss. Durch diese fairen Preise werden sich viele Dinge verteuern, aber auch das wird zu  weniger sinnlosem Konsum und zu länger haltbaren Gütern führen. Eine gerechte Verteilung von Materiellem ist zwingend.

Natürlich braucht es auch in Zukunft den weltweiten Austausch von Gedanken, Ideen und sicher auch einigen Gütern, gerade bei elektronischen Geräten, aber dies muss mit ethischen Grundsätzen um zum Wohle aller geschehen.

Besitz ist weniger ein Privileg als eine Verantwortung.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unser Rechtssystem sieht Besitz als Privileg, den es zu beschützen und zu horten gilt. In Anbetracht der Vergänglichkeit unserer selbst erscheint uns dieses Konzept als mässig sinnvoll: Haben wir nicht eher ein Nutzungsrecht für bestimmte Zeit und bestimmte materielle Dinge? So betrachtet resultiert Besitz in einer Verantwortung dafür, das Materielle zu pflegen und zu unterhalten, und mit anderen Menschen zu Teilen, denen es an materiellem fehlt.

Freiheit als Gesellschaft, nicht nur für einzelne Individuen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dankbar dafür, in einer Welt zu leben, in der viel individuelle Freiheit herrscht, führt diese Gesellschaftshaltung aktuell zu zwei Problemen: Einer riesigen Einsamkeit sowie der Tyrannisierung der Bevölkerung durch die individuellen Bedürfnisse weniger (z.B. Autoverkehr durch Innenstädte). Wir brauchen ein neues Bewusstsein für das Kollektiv und weniger Individualismus. Mehr Solidarität und Hilfsbereitschaft, mehr Menschlichkeit, mehr Freiwilligenarbeit.

Eine funktionierende Demokratie braucht gebildete, kritisch denkende Bürger*innen.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir glauben daran, dass jeder Mensch die Möglichkeit haben muss, sich, angetrieben durch seiner Neugierde,  zu bilden. Dazu gehört nicht nur das Fachwissen, sondern auch die Kompetenz, mit Information umzugehen und diese einschätzen zu können. Wir müssen Orte schaffen, an denen Wissensvermittlung gefördert werden kann, denn kompetente Mitmenschen sind die Basis der funktionierenden Demokratie. Wir wollen keine Ökodiktatur und keine Orte ausserhalb der Gesellschaft schaffen, sondern der breiten Masse dabei helfen, sich Meinungen bilden zu können, die nicht auf den finanziellen Interessen einiger Gruppierungen basieren.

Weiteres Vorgehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir suchen den Austausch mit bereits bestehenden Orten.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir suchen nicht den Neubau, sondern die sinnvolle Weiternutzung bereits bestehender Strukturen. Ideen für Orte oder bereits bestehende Gemeinschaften sind herzlich willkommen.

Für den Kontakt zu unserer AG bieten sich an:

🤝 Wir würden dich gerne kennenlernen! 💚
Ansprechspersonen zu diesem Thema Jann
Pati
Allgemeine Kontaktaufnahme medien@climatestrike.ch
+41 (0)52 770 12 24


Wir stehen unter Zeitdruck.[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Planen und Realisieren solcher Projekte dauert meist sehr lange, nicht selten sind Menschen fast ein ganzes Leben lange damit beschäftigt, sich jene Gemeinschaft auszubauen, die ihnen gut tut. Wie bereits geschildert haben wir diese Zeit nicht, denn die aktuelle Klimakrise und unser Aktivismus treiben uns dazu, wirklich sehr zeitnahe nachhaltige Lösungen zu finden. Liebe*r Leser*in: Hilf uns dabei!